Fleur - Stöberhund - so entsteht ein Tierportrait in Pastelltechnik


Fleur ist wunderschöner Hund. Ein Stöberhund, wie ich lernen durfte. Sozusagen ein feines Mädchen. Sensibel, aufgeweckt und immer mit der Nase am Boden. Aufmerksam auch, wie man schon auf der Vorlage erkennen kann. Mit einem hellen freundlichen und zugewandten Blick - und einem wunderbarem Fell.

Gerne erzähle ich Euch hier, auf welchem Wege dieser spannende Auftrag zustande kam und was mir daran so viel Spaß gemacht hat.

1. Erste Annäherung

Zuvor hatte ich schon zwei wunderbare Golden Retriever gezeichnet und über diesen Kontakt erhielt ich 2018 die Einladung mein Angebot auf einem Vereinsfest des Deutscher Retriever Club e.V. und der Bezirksgruppe Hannover vorzustellen, der ich sehr gerne nachgekommen bin.

(Mein Stand auf dem Vereinsfest des Retriever Clubs e.V)

Interessiert habe ich die Vorstellungen verfolgt und bin immer wieder mit interessierten Mitgliedern des Vereins ins Gespräch gekommen. Ich habe viele schöne Gespräche führen können. Wir hatten Zeit über dies und das zu sprechen und natürlich auch über meine Zeichnungen. Wie schön ist es, wenn sich daraus dann ein konkreter Auftrag entwickelt. Im Vorfeld jedoch musste noch die passende Vorlage her. Ich habe ein wenig darüber erzählt, wie eine gute Vorlage aussehen sollte, denn da gibt es einiges zu beachten und es ist wie es ist: je besser die Vorlage, desto besser ist auch am Ende die Zeichnung. Die Zeichnung von Fleur ist ein tolles Beispiel dafür.

2. Auftrag und Vorlage

Einige Zeit nach dem Fest erhielt ich dann die Nachricht, dass es losgehen kann. Obwohl wir uns schon darüber unterhalten haben, was eine gute Vorlage ausmacht und worauf zu achten ist, war ich total überrascht über das Bild, das mir vorgelegt wurde. Selten steht mir ein derart gutes Bild als Vorlage zur Verfügung. Das ist wirklich Luxus.

(Copyright: Dirk Mader, www.dirk-mader.de)

Dieses Bild ist wunderbar fotografiert und hat mir schon beim ersten Betrachten sehr viel Lust auf das Zeichnen gemacht. An der Stelle noch einmal einen ganz besonderen Dank an Dirk Mader von Mader Fotografie für dieses tolle Bild.

Dieses Bild bringt alles mit, was für eine gute Vorlage - und damit auch für eine gelungene Umsetzung in einer naturgetreuen Zeichnung - entscheidend ist. Es hat eine gute Auflösung, so dass ich gut hinein zoomen und Details erkennen kann. Fleur ist super getroffen. Sie schaut offen und aufmerksam direkt in die Kamera, die Augen sind detailliert zu erkennen. Das Foto ist gleichmäßig ausgeleuchtet und wirft keine zu starken Schatten.

So eine gute Vorlage ist natürlich auch ein Herausforderung. Jetzt m u s s es ja was werden. Sorgfältig habe ich das Bild untersucht und da fiel mir etwas auf, dass ich total faszinierend fand: Das Auge.

3. Erste Vorstudien - Die Augen

Die Augen sind tatsächlich immer Wichtigste. Daher untersuche ich diese bei der Beurteilung der Vorlage immer sehr genau. Bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass sich die umgebende Landschaft im Auge von Fleur gespiegelt hat. Ich konnte es nicht abwarten, mich damit zu beschäftigen und habe zwischendurch eine kleine Augenstudie gemacht und getestet, ob und wie ich diese kleine Minilandschaft im Auge darstellen kann.

(work in Progress: Augenstudie)

Herausgekommen ist eine Zeichnung, die sich auch sehr gut als Einzelmotiv verwenden lässt

Mit dieser kleinen Studie habe ich mich nun bereits gut auf das Bild eingestimmt, da ich damit schon ein wenig mit dem Material gespielt und Farben ausprobiert habe.

4. Welches Papier setze ich ein?

Nun stellte sich die Frage nach der Hintergrundfarbe und Papierart. Meine Bilder hinterlege ich nur selten mit farbigem Hintergrund, daher kommt es natürlich auf die direkte Farbe des Papiers an. Für meine Hundebilder nutze ich am liebsten das Pastelmat von Clairefontaine. Ein Papier, das es zulässt, sehr detailgenau zu arbeiten.

Pastelmat liegt in einigen Farben vor.

(Quelle: Gerstaecker.de)

Für Fleur sollte es - zugegeben ein bisschen zu meiner Überraschung - ein grünes Papier sein. Bisher habe ich diese Farbe noch nicht als Hintergrund benutzt, aber es hat tatsächlich seinen ganz besonderen Reiz. Ja, warum nicht einfach mal Grün als Hintergrund.

5. Farbauswahl - Stifte, Kreiden, Pastelle

Auch damit beschäftige ich mich im Vorfeld der Bearbeitung und lege mir die passenden Stifte und Farben der einzelnen Marken zurecht. Braun, weiß, grau, schwarz, gelb, ja sogar rot, blau und lila - die ganze Palette.

Im Laufe der Zeit und mit viel Ausprobieren, Testen, Verwerfen und erneuten Versuchen habe ich für diese Bilder eine Kombination von Pastelmat mit Pastellstiften Pit Pastell von Faber Castell und von Stabilo Carbothello herausgearbeitet. Zusätzlich kommt Panpastel und die eine oder andere Pastellkreide zum Einsatz. Besonders beim Einsatz von Weiß habe ich eine Reihe weiterer Stifte und Kreiden im Einsatz. (Rembrandt, Schmincke, Raphael, etc.) Einfach alles, was sich so im Laufe der Zeit um mich herum angesammelt hat und von dem ich dann das Gefühl habe, dass es gerade hilft.

6. Es geht los - Die Vorzeichnung

Für die Vorzeichnung nehme ich mir Zeit. Sie zeigt mir schon die charakteristischen Züge des Bildes und des Tieres und wenn das Tier schon auf der Vorzeichnung gut zu erkennen ist, habe ich schon eine gute Basis.

Der Ausdruck sollte ab dem ersten Zeitpunkt stimmen. Wichtig sind auch die richtigen Proportionen. Ich helfe mir da mit einem Raster.

Die fertige Vorzeichnung

Die fertige Vorzeichnung im Vergleich mit der Vorlage

7. Und schon wieder die Augen

Ja, sie sind immer noch das Wichtigste, die Augen. Und daher beginne ich jedes Bild immer genau damit. Wenn die Augen richtig und stimmig dargestellt sind, das Tier schon so schaut, wie es eben schaut, dann ist das für mich schon die halbe Miete. Der Rest ist Fleiß und "Ausmalen".

8. Das "Ausmalen" - Step by Step

Wie es mit der Zeichnung weitergeht, habe ich hier in einer Galerie zusammengestellt. Bilder sagen mehr als viele Worte es können. Sie geben dir einen Einblick über die einzelnen Entstehungsschritte.

9. Der Abschluss

Weil ich jetzt lange Zeit immer auf das Bild geschaut habe, lasse ich es zum Abschluss tatsächlich nochmal gerne liegen. Mit ein wenig Abstand betrachtet, ergeben sich hier und da noch kleine Fehler, die es zu korrigieren oder optimieren gilt.

10. Der "Abschied"

Irgendwann ist aber dann der Zeitpunkt da, dass ich mich von dem Bild trennen muss. Das ist gar nicht so einfach. Zum einen ist mir während der Zeit das Tier irgendwie ans Herz gewachsen, das ich das Bild Schritt für Schritt habe wachsen sehen und dem ich auf dem Papier quasi Leben eingehaucht habe, zum anderen ist es eben einfach ein Werk, dem ich damit auch ein Stück von mir gegeben habe. Denke ich aber daran, wieviel Freude es den Besitzer machen wird, dann geht's wieder. Also Verpackung gesucht, Bild sicher einpacken und ab in die Post...

11. Feedback

Und was freue ich mich, wenn ich dann die Nachricht bekomme, dass das Bild angekommen ist, dass es einen Rahmen bekommen und einen festen Platz gefunden hat.

Linkliste

Materialliste:

  • Pastelmat Pastellpapier

  • Pastellstifte von Faber-Castell

  • Pastellstifte von Stabilo Carbothello

  • Panpastel Pastellkreiden im Topf

  • Applikationshilfen für Panpastell

  • Softpastell von Rembrandt

Wer schreibt hier?

​​​​Mein Name ist Bettina Kröger und ich zeichne und male Tierportraits im Auftrag. In verschiedenen Techniken, mal bunt und verspielt, mal naturnah und detailgetreu. Ganz so, wie du es möchtest. Schau dir mein Portfolio an - und schreib mir einfach, wenn du Interesse an einem eigenen Tierportrait hast - als Geschenk oder als ganz besondere Erinnerung. Ich freue mich auf deine Nachricht und die Geschichte von deinem Tier.


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